November 2018: Kulturpreis des Main-Kinzig Kreises 2018 (www.kulturpreis.net)

 


Ausstellung

Hanauer Kulturverein e. V.

Remisengalerie Schloss Philippsruhe, Hanau

28. Oktober – 11. November 2018

verlängert bis 18.11.18 wg. MKK-Kulturpreisverleihung am 13.11.18

Vernissage: Samstag, 27. Oktober um 18 Uhr

 

"Dass etwas vor meinen Augen liegen kann und ich es nicht sehe, und zwar weder physisch noch seinem Wesen nach, habe ich oft erfahren. Hieraus entwickelte sich eine besondere Art Aufgeschlossenheit und Aufmerksamkeit. Die Fotografie hilft mir dabei Beobachtungen zu deuten, die sich leicht der Wahrnehmung entziehen. Ich nehme mit der Kamera ins Visier was sich meinem Blick beinahe willfährig aufdrängt, um es anschließend näher und in einem einfühlsamen, mal fantasievollen, mal gesellschaftlichen Kontext gesetzt, betrachten zu können.

Meine Aufnahmen gleichen am ehesten einer Sachlichen Dokumentarfotografie des unglamurösen Stils. Bei meiner Art Sicht auf das Objekt werden Grenzen zwischen Welt, Atelier (Fotostudio) und Galerie aufgehoben. Betrachter*innen werden anders darauf reagieren als auf Schöne Künste. Die ungeschönten Abbildungen sind Produkte der Auffindung und werden üblicherweise als Bildmotiv bewußt gemieden oder übersehen. Sie enthüllen charakteristisch kulturelles Verhalten, urbane Räume, ökologische, private und kollektive Dramen, gesellschaftliche Krisen, hochgradig geregelte Natur bürgerlicher Ordnung, aber auch graphische, spielerische Elemente kurzfristiger Erscheinung. Die vermeintlich willkürlich gewählten Alltagsmotive sind meist öffentliche und dennoch private Szenen, in die eigene Erfahrungen eingebracht und mit Bedeutung gefüllt werden. Sie können so die Bildung des Bewußstseins fördern und zu poetischen Betrachtungen darüber werden, wie wir unser Leben gestalten. Sie lassen uns nach unserer Lebensweise und unseren Charakteren forschen.

Meine Arbeitsweise (Out Of The Box1): Obwohl ich in der Regel eine professionelle Kamera benutze, sind meine Aufnahmen im lomografischen Stil: weil ich weder eingreife noch arrangiere, und die digitale Abbildung muß so nahe wie möglich an die vorgefundene "Realität" heranreichen.

Krücke, doppelter Boden, Kopfgeburten (Out Of The Box2): Indem ich mit der Anstellung eines Partnerbildes und durch die Vergabe von Bildtiteln eine Korrespondenz anbiete, um zu sehen was hinter der individuellen Grenze des Sichtbaren und der jeweils eigenen Betrachtungsweise liegt, hebe ich meine emotionale Neutralität auf und übertrage die Idee eigener, vergleichender Sehgewohnheiten auf die Betrachter*innen und erinnere somit auch daran, daß dokumentarische Fotografie immer auch subjektiv ist."